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GVS-BundeslandOberösterreich
letztes Update16.04.2022
Änderungen


LandeswappenGrundversorgung Oberösterreich


Aktuell - Personen in der Grundversorgung in Oberösterreich

Landes GVS Erwachsene: 

3.212

Landes GVS < 18 Jahre:

68

Bundes GVS:

824

Summe:

4.104

Stichtag 19.01.2022


Zielgruppe Grundversorgung

info

Grundversorgung ist unterteilt in Bundes- und Landesgrundversorgung. Personen im Zulassungsverfahren werden vom Bund versorgt und nach der Länderzuteilung in die Landesgrundversorgung überführt. 

TODO: bessere Definition des Satzes benötigt

  • Asylwerber:innen bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahren

  • subsidiär Schutzberechtigte (§8 AsylG)

  • Asylberechtigte während der ersten vier Monate nach Asylanerkennung

  • Personen mit rechtskräftig negativem Ausgang des Asylverfahrens und Personen ohne Aufenthaltsrecht, wenn sie aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht abschiebbar sind

  • Personen mit bestimmtem Aufenthaltstitel aus berücksichtigungswürdigen Gründen (bei AB, AB+ bleibt GVS zuständig (erst seit diesem Jahr, kaum Erfahrungswerte, eher Privatwohnende), RWR/ RWR+ Entlassung nach 10 Tagen, mit RWR+ nach 5 Jahren auch  BMS möglich; RWR und Deutschniveau A2 wenn vorher in GVS gewesen keine Entlassung)


Unterbringung

Unterbringungsformen für alleinstehende Erwachsene und Familien

BetreuungsschlüsselTagsatz RegelbetreuungVerpflegungsgeld bei Selbstversorgung
Organisierte Einrichtungen von NGOs

Variiert von 1:38- 1:55 (je nach Organisation)

€ 21,- 

€ 6,-

€ 132,- Pauschale für Kinder

Mobil: Betreutes Wohnen (NGOs mieten Wohnraum an)
Private Quartiergeber:innen (zB. Pensionen)Mobile Sozialberatung 1:140
  • In allen Quartieren (auch Pensionen) Selbstversorgung ermöglicht! 

  • Keine Einrichtung mit 24h Betreuung

  • Keine Auszahlung von Taschengeld (nur bei Krankenhausaufenthalt) keine Auszahlung von Freizeitgeld an Klient:innen, nur über Aktivitäten abrechenbar (Ausflug, Gym-Raum,..)

  • Keine e-card, nur e-card Ersatzbeleg


  • Zimmerbelegung zw. 2-4 pro Zimmer (Standards 8m²+4+4), in NGO Quartieren wird versucht, Standards zu übererfüllen & zumindest nur 2-Bettzimmer zu ermöglichen Unterschiedl. Infrastruktur der Einrichtungen: Bad/WC & Küche teilweise gemeinschaftlich geteilt, keine Einzelzimmer

  • Pensionen/Quartiere sind unterschiedlich groß/klein => durchschnittlich 20 Plätze (aber auch eine Pension mit 100 Plätzen)

  • Beschwerden entweder direkt an Quartiergeber:in oder über mobile Sozialberatung sowie können diese auch über Parteienverkehr direkt bei zuständiger Abteilung des Landes vorgebracht werden

  • Verhältnis Bewohner:innen in GVS:  ca. 1/3  privat, 2/3 organisiert
    Wechsel von organisiert auf privat grundsätzlich möglich, jedoch Vorgabe A2 Niveau, Zertifikat muss vorgelegt werden, ohne A2 Zertifikat, persönl. Vorsprache beim Land notwendig, Deckelung Miethöhe siehe unten

Privatunterbringung


Betreuungsschlüssel


Leistungen Privat
Privat Wohnende

1:140 – Sozialberatung durch Caritas OÖ & Volkshilfe OÖ 

 

Private Leistungen werden von Caritas und Volkshilfe ausbezahlt





Versorgung

  • Einzelperson € 215,-  
  • Minderjährige € 100,-

Mietgeld 

  • Einzelperson € 150,-
  • Familie € 300,-

Pro zugewiesener Klient:in pro Tag (Privat & organisiert) wird zw. € 1,30-€ 1,32 (je nach Organisation ob steuerpflichtig oder nicht) an Caritas/Volkshilfe ausbezahlt

Mietzahlungen

Miethöhe jedoch gedeckelt:

  • pro Person +20% Überzahlung vom VG (€258.-) möglich
  • bei vier Einzelpersonen kann bei allen die 20% berechnet werden (müssen aber alle im MV stehen, Miete  inkl. BK, exkl. Strom)
    Begründung seitens Land: Leistbarkeit muss gegeben sein, Anfrage vor Umzug privat beim Land, Umzuge in gesperrte Gebiete nicht möglich (Quote !)
  • Privatwohnende kommen zu Standorte von Caritas & Volkshilfe zur Beratung & Auszahlung VG & MG
  • Caritas & OÖ stellen Anträge für privat Wohnende: Land schickt 2/Woche Listen mit Menschen die private GVS erhalten oder nicht, Begründung dabei (Bearbeitungsdauer ca. 3 Wochen)

Unterbringung EBB Bereich


Tagsatz

Träger


  • € 21,- plus Aufschlag durch drei EBB Kategorien:

    • A  +€ 8,-,

    • B +€ 13,-

    • C +€ 19,09/21

Seit 2007 nicht mehr erhöht! 

Caritas OÖ  & Volkshilfe OÖ

  • für Kategorie A:  1-3h Betreuungsstunden
  • für Kategorie B:  3h Betreuungsstunden
  • für Kategorie C:  6h oder mehr Stunden
    => switchen innerhalb der Kategorien ist möglich
    Keine Vorgabe zu Berufsgruppen, bei beiden Trägern arbeiten Psycholog:innen, (VH auch DGKP )

EBB Unterbringung in Regelquartiere integriert

vorzulegende Unterlagen bei Antragstellung:

  • fachärztlicher Befund (nicht älter als 3 Monate) ohne Befund keine Chance (sehr selten ohne Befund, zb. bei Todesfall Kind)
  • Pflege- oder Situationsbericht bei unzureichendem Befund   


Es gelten folgende Kriterien (KOORAT 2008):
1. schwere psychiatrischen Erkrankungen;
2. mindestens mittelschweren körperlichen Gebrechen (z.B. Lähmungen);
3. Sinnesbeeinträchtigungen (z. B. Blindheit, Gehörlosigkeit);
4. geistigen Behinderungen (unterdurchschnittliche kognitive Fähigkeiten);
5. chronische Krankheiten (z. B-. Krebs, TBC, Dialyse);
6. unheilbaren epidemiologischen Erkrankungen (z. B. HIV, Hepatitis C);
7. kurzfristig gefährlichen Erkrankungen (z.B. multiresistente TBC, Epidemien),
sofern bei der Unterbringung keine Gefahr für die HausbewohnerInnen und das Betreuungspersonal besteht
8. pathologische Abhängigkeiten von psychoaktiven Substanzen (ausgenommen
Alkohol und Nikotin) - Substitutionsprogramm.

Zuerkennung EBB Status: 1 Jahr befristet, auch kürzere Zeiträume, je nach Zeitraum der Zuerkennung werden aktuelle Befunde geschickt. Nach spätestens 2-3 Wochen werden Anfragen vom Land beantwortet, Zuerkennung EBB Status dann rückwirkend

Trägerorganisationen

Im Bereich organisierte Quartiere sind folgende Träger tätig:

  • Volkshilfe OÖ
  • Caritas OÖ
  • Rotes Kreuz OÖ
  • ASBÖ OÖ
  • Verein Noah
  • Diakonie
  • sowie gewerbliche Quartiergeber:innen (Pensionen)

Ca. 150 Quartiere (Schätzung) und 3280 Klient:innen inkl. Kinderflüchtlinge (ohne Erstaufnahmestellen)


Mobile Sozialbetreuung

Zuständig für Sozialberatung (IBB) für alle in Pensionen & Quartieren Wohnhafte

Betreuungsschlüssel: 1:140

Träger:

  • Caritas Oberösterreich

  • Volkshilfe Oberösterreich

Information:

  • Vorgabe: Quartiere unter 15 Personen mind. alle 14 Tage
  • Quartiere werden aber meist wöchentlich angefahren
  • in manchen Regionen sind Betreuer:innen einer Einrichtung auch für jene in Pensionen Untergebrachte zuständig, und fahren diese Pensionen an (macht wegen Regionaler Verteilung Sinn)
  • Psychosoziale Beratung, Organisation von Deutschkursen, Hilfe bei Antragstellungen etc
  • Vergütung pro Klient:in für mobile Betreuung siehe bei "Privat Wohnende"

Individuelle Leistungen

Folgende Leistungen gelten für organisierte und privat wohnende Personen gleich

  • Bekleidungsgeld: € 150,- pro Person und Jahr
  • Schulgeld: €200,- pro Schuljahr
  • Hygienegeld für Kinder bis zum 3. Lebensjahr € 20,-/Monat

GVS Leistungszuerkennung/Leistungseinschränkung/Bescheide/Arbeitseinkommen/Freibetrag etc.

Basis für Leistungen bzw. nicht-Leistungen aus der GVS beziehen sich immer auf die sogenannte Hilfsbedürftigkeit.

Es gibt in der Regel keine Bescheide bei Zuerkennung/Entlassungen od. Leistungseinschränkungen, sondern Aufforderungen bzw. Anschreiben per mail seitens Land an Quartiergeber:innen oder/und Volkhsilfe/Caritas oder/und an die betreffende Person

  • Entlassungen aus der GVS
    • Vermehrte disziplinäre Vorfälle im organisierten Bereich=> Verzug privat angeordnet, sowie Anti-Gewalt-Training
    • Für Asylberechtigte Entlassungsschreiben
    • RWR & RWR+ innerhalb von 10 Tagen
  • Leistungseinschränkungen & Sanktionen der GVS
    • Bei Arbeitseinkommen und zuviel bezogenen GVS Leistungen, kommt Vorladung für Gespräch, Dolmetsch muss selbst gecheckt werden; nach Vorladung gibt’s Vergleich und Bescheid der unterschrieben werden muss, mit Kostenvorschreibung und Ratenzahlung (wird geschaut, dass Menschen nicht ohne Geld sind); keine Einbehaltung grundsätzlich, sondern direkte Zahlung ans Land, erst wenn nicht bezahlt wird, dann Einbehaltung durch Land, zb. Sperre Verpflegungsgeld
  • Mögliche Freibeträge
    • Bei Remu od. gemeinn. Tätigkeit vom Land, sowie bei Arbeitseink. gilt € 110,-/Pers. und € 80,- für jedes weitere Familienmitglied
    • Keine Freibeträge bei DLU Bezug, wird 1:1 angerechnet

Zuständige Abteilung in Landesregierung

Kommunikation und Zusammenarbeit mit zuständiger Abteilung FSW & NGOs

  • aktuell Landesratwechsel; noch unklar wie sich die Zusammenarbeit entwickelt

  • Quartier_JF: aktuell 1-2x/Monat (Abstimmung/Info) mit Land und tätige NGOs, private Betreiber (Pensionen) aufgrund aktueller Situation in BBE- Einrichtungen, keine Protokolle dazu;  zuvor monatliche Vernetzungen (wegen Covid 19 dann quartalsweise);

  • Landessteuerungsgruppe für GVS und Integration: mit Trägern, Land, Integrationseinrichtungen, Bildungseinrichtungen, Polizei; auch BBU ca. 40 Teilnehmer:innen;

  • organisierte Praxistage seitens Land: Schulungs- und Fortbildungsangebote für Mitarbeiter:innen der NGOs (1x von Integrationsstelle, 1x von GVS stelle, In etwa 4x/Jahr, ganztägig, Referent:innen werden eingeladen; zb 'Trauma erkennen, Sicherheit vermitteln', 'De-Eskalation', 'Ehrkultur' etc.);

  • NGOs auf GF Ebene haben regelm. Treffen; ansonsten jedenfalls Anlassbezogen bzw. zur Quartier JF Vor- und Nachbereitung die es mit Land gibt;

  • gab auch Gewalt_JF mit Gewaltschutzeinrichtungen, Staatsanwaltschaft, Polizei, NGOs; 

  • BH Ebene: BH Sitzungen mit Trägerorganisationen und sonstigen Organisationen Bezirksweit, AMS, Bildungseinrichtungen, etc.

  • Unregelmäßige Quartierskontrollen vom Land auf Basis Mindeststandards


Angebote

Angebote außerhalb der GVS
  • Caritas Lerncafés für Kinder aus, Angebote für Frauen mit Migrationsbiografie

  • Rotes Kreuz: Lesepatenprojekt für Schüler:innen

  • Erwachsenenbildungseinrichtungen (D-Kurse)

  • Gewaltschutzeinrichtungen bieten Präventionsangebote

  • Volkshilfe: einige Projekte für Frauen, im Gewaltschutz, u. –präventionsbereich, Psychotherapieangebote, Männerberatung und Notschlafstelle für Männer (u.a. bei Wegweisung); Bildungs- und Berufsberatung, Delogierungsprävention

Angebote der GVS

  • (mobile) Sozialberatung Volkshilfe & Caritas für Privatwohnende (& für Pensionen)

  • Volkshilfe:  Sonderprojekt für Syrer:innen: Info zu positiven Bescheid und wie weiter für 1/2 Jahr, Perspektivengespräche

  • Deutschkurse (Angebot nicht so groß) Alpha bis A1 und Fahrtkosten und Prüfungskosten bis B2, in Linz besser, in abgelegenen Gebieten schlechter

  • über ÖIF (für Syrer:innen mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit)

  • Sprachförderpaket für Menschen in GVS für privat und organisiert wohnhafte (freie Plätze werden mit grundsätzlich Nicht-Anspruchsberechtigten aufgefüllt): Großteil kann dann ein Sprachangebot haben, ist gekoppelt an Bleibewahrscheinlichkeit (Angaben lt. BMI) auch für Afghan:innen

  • im med. Bereich Übernahme von Dolmetschkosten möglich (meist bei Erstgesprächen, dann nicht mehr; Zuerkennung 1 Jahr; eigtl. KH für Dolmetsch verantwortlich => Videodolmetsch Möglichkeit

  • Anti-Gewalt-Training von Neustart (verpflichtendes Angebot  bei disziplinären Vorfällen; bei Nicht Inanspruchnahme Konsequenz GVS- Leistungsverlust)

Angebote für Asylberechtigte
  • GVS innerhalb der ersten vier Monate nach Anerkennung,

  • Sozialhilfe, Antrag erst möglich wenn MV da

  • Deutschkurse über AMS

  • Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld

  • Startwohnungen, Integrationsberatung

  • Projekt IN-Haus:; Startunterkünfte für Asyl-und SubSchutzberechtigte; Bedarf sehr groß, ca. für 60 Personen

  • Folgeprojekte von Caritas ICE Integrationscaritas Express & SI Volkshilfe Starthilfe Integration für Asylberechtigte; für SubSchutz Berechtigte dann wenn Kapazitäten frei sind

  • VH: Projekt IDA- Integration durch Arbeit: Arbeitsfit machen für Asyl- od. SubSchutzberechtigte gemeinsam mit AMS, Unternehmen

Angebote für subsidiär Schutzberechtigte
  • GVS auch privat wohnend möglich

  • Deutschkurse über AMS

  • Familienbeihilfe & KBG für Kinder wenn Arbeitstätig und keine Leistungen aus GVS

  • Integrationsberatung

  • Zum Teil können Angebote die es für Asylberechtigte gibt, genutzt werden


Problemlagen

  • schlechte Finanzierung!!!!!!!! 

  • Letzte Valorisierung EBB Tagsätze 2007. Es gibt Klient:innen,die klar eine 24h Betreuung brauchen; sind zb eindeutig Pflegefälle, aber in GVS Einrichtung; Zusage wer EBB Status erhält und wer nicht, oft nicht eindeutig, hoher administrativer Aufwand, Einstufung hat keine Struktur 


  • Kurzfristige Entscheidungen/Info vom Land zu allen möglichen Dingen (zb zu Covid 19: Überweisungen nun möglich anstatt Barauszahlungen; zu Zuweisungen sehr knappe Info: Donnerstag Info, dass Freitag Neu-Einzüge sind, kaum Zeit für gute Vorbereitung); 


  • Pensionen: keinen Einblick in Verträge von Quartiergeber die sie mit Land abgeschlossen haben (bekommen selben Tagsatz, aber ohne Betreuung); oft unklar was im Paket enthalten ist (Klopapierausgaben, Waschmittel); bei Nachfragen werden Infos vielleicht bekannt gegeben; 
    in den Pensionen kein eigener Raum für die Beratung vorhanden: Themen die schambesetzt sind, können nicht adäquat vorgebracht werden; in einigen Quartieren gibt es einen Raum, aber nicht durchgängig; gibt für Betreuer:innen nicht überall WC, sollte Muss-Kriterium sein; nicht in den Mindeststandards umfasst


  • keine Gesamtstrategie der Länder mit dem Bund od. innerhalb der Länder betreffend übervoller Erstaufnahmestellen, Länder reagieren aufgeschreckt, gibt keine Kurz-, Mittel- langfristige Strategie; politische Debatte; 


  • RWR/RWR+  sowie SubSchutz Berechtigte kein Anspruch BMS


  • sehr geringe Nachfolgeangebote für volljährig gewordene Kinderflüchtlinge (z.b Nachbetreuung), Übergang von WG zu ERW Einrichtung nicht immer leicht für Klient:innen und Betreuer:innen; Volkshilfe:  Versuch von NB-Konzepten (17+) einzureichen beim Land und GVS Stelle => 17+ bis 19 Jahre im Sinne eines Überganges, wurde leider nicht finanziert und als notwendig erachtet; bei einzelnen Kinderflüchtlingen die Asylberechtigt waren, gab es Verlängerungen über die KJH


Beratungsstellen

TODO:




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